Der Situationsansatz

Alle Studiengänge der ZiTA richten sich nach dem Situationsansatz.

Der Situationsansatz ist ein pädagogisches Methodenrepertoire, das vor 40 Jahren im Bereich der Kleinkindpädagogik entwickelt wurde. Maßgeblich geprägt durch Prof. Dr.Zimmer, wurde das Konzept stetig weiterentwickelt und bildet nun die Grundlage der frühkindlichen Bildung in vielen deutschen Kindertagesstätten sowie in der Jugend- und Erwachsenenbildung. Der Situationsansatz ist ein Prinzip, das als eine Grundlage des Lernens unabhängig vom Alter und der Institution eingesetzt werden kann und Anregungen für die Unterstützung von Bildungsprozessen in einer interkulturellen Gesellschaft gibt. 16 Leitsätze in den fünf Bereichen Bildung, Partizipation, Gleichheit und Differenz, Lebensweltorientierung sowie Einheit von Inhalt und Form bilden die Grundlage des Situationsansatzes.

Die 16 Leitsätze sind:

Bildung:

  • Lehrende analysieren, was Lernende können und wissen und was sie erfahren wollen. Sie eröffnen ihnen Zugänge zu Wissen und Erfahrungen in realen Lebenssituationen.
  • Lehrende unterstützen Lernende, ihre Phantasie und ihre schöpferischen Kräfte zu entfalten.
  • Räume und ihre Gestaltung stimulieren das eigenaktive und kreative Tun der Lernenden in einem anregungsreichen Milieu.

Partizipation:

  • Lehrende unterstützen Lernende in ihrer Selbstständigkeitsentwicklung, indem sie ihnen ermöglichen, das Leben in der pädagogischen Einrichtung aktiv mit zu gestalten.
  • Im täglichen Zusammenleben findet eine bewusste Auseinandersetzung mit Werten und Normen statt. Regeln werden gemeinsam vereinbart.
  • Lernende und Lehrende sind Partner in der Bildung.

Gleichheit und Differenz:

  • Lehrende unterstützen in der geschlechtsspezifischen Identitätsentwicklung und wenden sich gegen stereotype Rollenzuweisungen und -übernahmen.
  • Lehrende ermöglichen, dass Jüngere und Ältere im gemeinsamen Tun ihre vielseitigen Erfahrungen und Kompetenzen aufeinander beziehen und sich dadurch in ihrer Entwicklung gegenseitig unterstützen.
  • Die Arbeit in der pädagogischen Einrichtung orientiert sich an Anforderungen und Chancen einer Gesellschaft, die durch unterschiedliche Kulturen geprägt ist.
  • Die pädagogische Einrichtung (in diesem Fall die Moschee) integriert Lernende mit Behinderungen, unterschiedlichen Entwicklungsvoraussetzungen und Förderbedarf und wendet sich gegen Ausgrenzung.

Lebensweltorientierung:

  • Die pädagogische Arbeit geht aus von den sozialen und kulturellen Lebenssituationen der Lernenden.
  • Lehrende finden im kontinuierlichen Diskurs heraus, was Schlüsselsituationen im Leben der Lernenden sind.
  • Die pädagogische Einrichtung (in diesem Fall die Moschee) entwickelt enge Beziehungen zum sozial-räumlichen Umfeld.

Einheit von Inhalt und Form:

  • Pädagogen und Pädagoginnen sind Lernende und Lehrende zugleich.
  • Die pädagogische Arbeit beruht auf Situationsanalysen und folgt einer prozesshaften Planung. Sie wird fortlaufend dokumentiert.
  • Die pädagogische Einrichtung ist eine lernende Organisation.